Die Diehl Gruppe ist ein deutscher Technologiekonzern, dessen Lösungen unter anderem in der Luftfahrtindustrie sowie in der Energie- und Messtechnik zum Einsatz kommen. Ihre industrielle Breite ist Stärke und Herausforderung zugleich. Denn wo unterschiedliche Geschäftsmodelle entstehen, entstehen auch unterschiedliche Systeme, Prozesse und Datenlogiken.
Im Einkauf zeigte sich diese Vielfalt besonders deutlich. Mehrere ERP-Systeme, gewachsene Prozesslandschaften und dezentrale Datenstrukturen erschwerten Transparenz, Standardisierung und die Nutzung von Synergien.
Diehl entschied sich daher, den indirekten Einkauf strategisch neu auszurichten. Auf Basis von SAP Ariba wurde gemeinsam mit apsolut eine Plattform geschaffen, die Prozesse vereinheitlicht, Datenqualität verbessert und dem Einkauf einen zentralen Zugriff auf eine transparente Datenlandschaft gibt. Der Einkauf kann nun prozessgesteuert und über Teilkonzernegrenzen hinweg agieren.
Besonders die Zusammenführung von Lieferantenstammdaten, Prozesslogiken und Verantwortlichkeiten erwies sich als anspruchsvoll. Unterschiedliche Datenstrukturen, Dubletten und eingespielte Sonderregelungen verhinderten eine konsistente Sicht auf Lieferanten und Beschaffungsprozesse im gesamten Konzern.
Den Auftakt bildete ein Pilot im Teilkonzern Aviation und legte damit die Startbahn für die gruppenweite Harmonisierung des Einkaufs und den Aufbau eines übertragbaren Templates.
erläutert Alexandra Leitenberger, Gesamtprojektleitung und Service Owner SAP Ariba bei Diehl.
Mit jedem weiteren Rollout wurde sichtbar, was Veränderung in gewachsenen Organisationen bedeutet: standortspezifische Eigenheiten, unterschiedliche Datenlogiken und systembedingte Abweichungen. Die Vereinheitlichung von Lieferantenbezeichnungen und Datenfeldern zeigte, wie tief Prozesse in bestehende Strukturen eingebettet sind. Zugleich schärfte jede Implementierungsphase die Standards und entwickelte das Template zu einem tragfähigen Konzernstandard weiter.
Eine zentrale Rolle spielte die enge Zusammenarbeit zwischen dem Diehl-Projektteam und apsolut. Während Diehl Governance, Zielprozesse und fachliche Standards definierte, setzte apsolut die Integration und den Rollout weiterer Einheiten gemeinsam mit Diehl um. In der kontinuierlichen Abstimmung entstand eine partnerschaftliche Arbeitsweise, die schnelle Entscheidungen und wirksame Lösungen ermöglichte.
Im Zuge der Plattforminitiative wurde Transparenz entlang des gesamten Lieferantenlebenszyklus geschaffen und eine standardisierte, regelkonforme Zusammenarbeit ermöglicht. Damit entstand eine Grundlage für Steuerbarkeit, stabile Lieferantenbeziehungen und einen Einkaufsprozess, der Bedarfe konsequent auf freigegebene Lieferanten und bestehende Verträge lenkt.
Parallel zur Plattformimplementierung erfolgte in mehreren Einheiten die Konversion auf SAP S/4HANA. Um doppelte Schnittstellenanpassungen zu vermeiden, wurde die Anbindung an die Plattform bewusst an den jeweiligen Migrationsstatus gekoppelt. Diese abgestimmte Rollout-Strategie verhinderte redundante Anpassungen und unterstützte eine zukunftsfähige Modernisierung der Systemlandschaft.
Der Wandel betraf nicht nur Systeme, sondern Arbeitsweisen. Die Umstellung auf standardisierte Abläufe bedeutete zunächst eine spürbare Veränderung gewohnter Routinen. Schulungen, Q&A-Formate und kontinuierliche Unterstützung halfen, neue Prozesse zu verankern. Und mit wachsender Plattformstabilität wuchs auch das Vertrauen in die neuen Standards.
Bereits heute zeigt sich, was die Plattforminitiative bewirkt: eine steigende Nutzung katalogbasierter Beschaffung, weniger Freitextanforderungen und eine spürbare Reduktion von Maverick Buying. Die Grundlage für einen transparenten, regelkonformen und effizient steuerbaren Einkauf ist gelegt. Harmonisierte Prozesse und eine konsolidierte Datenbasis schaffen eine konsistente Sicht auf Lieferanten und Beschaffungsaktivitäten über alle organisatorischen Einheiten hinweg.
Der Rollout läuft: Diehl befindet sich mitten im Aufbau, und mit jeder weiteren Einheit, die auf die Plattform migriert, wächst die Wirkung. Transparenz verbessert nicht nur Effizienz und Compliance, sondern stärkt auch die Resilienz der Lieferkette.
Die Plattform ist skalierbar gebaut, der Kurs ist gesetzt. Weitere Funktionserweiterungen, optimierte Prozesse und fortlaufende Harmonisierung werden die gruppenweite Zusammenarbeit weiter stärken — und den Einkauf zunehmend als strategischen Werttreiber positionieren.
Harmonisierung schafft Transparenz. Transparenz schafft Steuerbarkeit. Steuerbarkeit schafft Zukunft.